So haben Perspektiven mein Leben verändert

Perspektiven sind ein wahrer Schatz! Sie eröffnen Möglichkeiten wo vorher nichts als Leere oder Chaos war und heben uns und unser Leben auf eine neue Ebene: Weisheit statt Wissen, Erfüllung statt Spaß und Stimmigkeit statt Perfektion.

Seit über 25 Jahren interessiere ich mich nun schon dafür, was uns helfen kann, ein stimmiges Leben zu führen, guttuende Beziehungen zu gestalten und Herausforderungen klug zu meistern. Schon früh habe ich erkannt, dass nichts auf unserer Welt nur 1 Seite hat, und, dass alles meist aus vielen verschiedenen Teilen oder Aspekten besteht. Ich bin fasziniert von Perspektiven und Herangehensweisen. Ich weiß: wenn ich nicht weiter komme, ein Verhalten oder Erleben nicht verändern kann, ist da eine Seite oder Sichtweise, die ich übersehen habe. Je mehr Perspektiven du von deinem Thema einnehmen kannst, umso „runder“ wird dein Ergebnis sein.

Heute möchte ich Euch 3 Perspektiven vorstellen, die unser Erleben meist vom Hintergrund aus beeinflussen.

Perspektive 1: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind Perspektiven nach denen wir alltäglich unser Leben gestalten. Das ist uns oft nur nicht bewusst. Die Zeit, auf die wir gerade unser Denken und Fühlen ausrichten, färbt unser Handeln.

Als ich mich von meinem Mann trennte, waren meine Kinder noch ziemlich klein. Ich arbeitete Teilzeit, meine Kinder nahm meine Mutter nach Kinderkrippe und Kindergarten zu sich und „eigentlich“ lief das Leben ganz gut dahin. Dass ich lediglich funktionierte, um Job, Kinder, Scheidung und alles was sonst noch so im Leben anfällt abzuarbeiten, fiel mir gar nicht auf.

Bis mir Dale Carnegie in die Hände fiel: „Sorge dich nicht, lebe!“

Mit diesem Buch verstand ich: das Leben ist mehr!
Mein Fokus verschob sich von „machen im Autopilot“ zu „freudvoll leben“ – für mich und für meine Kinder! Ich habe verstanden, dass wir unseren Blick natürlich auch in die Zukunft richten dürfen und sollen – alles andere wäre naiv. Wichtig dabei ist, wieder in die Gegenwart zurückzukehren. Das selbe ist es mit der Vergangenheit: wir dürfen und sollen Ängste und Zweifel auch hier zuerst einmal beachten – und dann die Gegenwart bewusst freudvoll gestalten.

Die Zukunft nicht vergessen, die Vergangenheit ehren und in der Gegenwart leben! Wenn wir Herausforderungen gegenüberstehen und uns Sorgen darüber machen, was die Zukunft bringen wird, dürfen wir auch in Erwägung ziehen, was schlimmstenfalls geschehen kann. Wir dürfen Ängste oder Zweifel aus gemachten Erfahrungen achten ohne uns in ihnen zu verlieren. Schlussendlich dürfen wir in die Gegenwart zurückkehren und uns fragen: Was kann ich jetzt für ein bestmögliches Ergebnis tun?

Der indische Dramatiker Kalidasa hat das sehr treffend in Worte gefasst:

Perspektive 2: Fühlen – Denken – Handeln

Mit Fühlen, Denken und Handeln gestalten wir unser Leben. Egal, was wir „tun“, es besteht immer aus Fühlen, Denken und Handeln. Je nachdem, in welchem Teil davon wir uns länger „aufhalten“ oder welchen wir „überspringen“, agieren wir auf ganz unterschiedliche Weise.

Als junge Frau war ich sehr schüchtern, habe lieber gelesen anstatt auszugehen und starken Persönlichkeiten gegenüber, trat ich lieber den Rückzug an. Ich konnte wunderbar Lösungen für Probleme finden und diese auch umsetzen – solange niemand anders involviert war. Damals bevorzugte ich Anstellungen, bei denen ich in alleine vor mich hin arbeiten konnte – es schmerzte weniger als in einem Raum mit vielen Menschen übersehen zu werden. Oft hatte ich das Gefühl, eine Glaswand stünde zwischen uns.

Dann lernte ich die psychographische Menschenkenntnis von Dietmar Friedmann kennen, die auf das Fühlen, Denken und Handeln aufbaut.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich verstanden. Ich erkannte, dass ich übermäßig gerne über alles nachdachte. Mir wurde klar, ich frage mich immer zuerst, was andere von mir oder von dem was ich tue halten. Das Handeln kommt dann oft zu kurz. Ich kann mich nicht entscheiden oder habe Angst davor, was andere über mich oder mein Tun denken könnten:
Ich halte mich gerne im Denken auf, überspringe oft das Handeln und fühle mich dann unwohl mit den Ergebnissen oder anderen Menschen. Ich darf mich immer wieder darauf besinnen, ins Tun zu kommen, um die Ergebnisse zu erzielen, die ich mir wünsche.

Das kannst du tun:

Es gibt immer einen Bereich, der uns vertrauter ist. Wichtig ist, darauf zu achten, sich auch den anderen Bereichen bewusst zu widmen – für ein erfolgreiches und erfüllendes Leben:

  • nach dem Denken auch handeln und die Ergebnisse fühlen
  • beim Handeln die eigenen Gefühle ebenso wie die der anderen mit einbeziehen und danach reflektieren
  • nach dem Fühlen auch darüber Nachdenken und erst dann handeln

Ich liebe es heute noch, mich zurückzuziehen und zu lesen oder über die Welt zu „philosophieren“. Das wird immer mein Steckenpferd bleiben. Und im Denken, Lösungen finden, Neues kreieren werde ich mein Potenzial immer am besten und mit Freude ausschöpfen können. Das Erdachte, Herausgefundene dann umgesetzt zu haben macht mich stolz und erfüllt mich gleichzeitig mit Dankbarkeit – so liebe ich mein Leben.

KI generiert / Wir gestalten unser Leben in dem wir fühlen (was wir möchten oder nicht möchten), denken (wie wir das erreichen können), handeln (unsere Lösung umsetzen).

Perspektive 3: Veränderliche Welt – Unveränderliche Welt

Die „Welt“ und die Umstände in unserem Leben nehmen großen Einfluss darauf, wie wir unser Leben empfinden und gestalten. Wenn wir einen Schritt zurückzutreten und einen Blick darauf werfen, welche Aspekte wir verändern können und welche nicht, hilft uns das dabei, die Dinge klarer und gelassener anzugehen.

In meinem Leben als berufstätige alleinerziehende Mutter durfte ich Vielem in meinem Leben gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken: Kinder, Arbeit, Haushalt, Finanzen, Scheidung… Ständig wollte etwas erledigt werden oder forderte mich als selbstverständlicher Teil meines Lebens. Ich arbeitete ab und funktionierte. Das ging fürs Erste ganz gut – vor allem, weil ich mir ob der Fülle der Aufgaben gar keine Zeit nahm, darüber nachzudenken. Doch meine Energie schwand und meine Lebenslust gleich mit dazu. Auf der Suche nach mehr Resilienz für mein Leben, stieß ich auf das

„Handbuch Resilienz-Training“ von Sylvia Kéré Wellensiek

Das Kapitel über konsequente Ausrichtung auf Handlungsspielräume inspirierte mich zum ersten Mal dafür, die Augen für meine Aufgaben und Anforderungen zu öffnen und bewusst wahrzunehmen. Bisher schienen die Aufgaben und das Leben darum herum ein einziges Wirrwarr zu sein, dem ich stets versuchte gerecht zu werden: Die Gedanken über die Arbeit, die Arbeit, die Sorgen um die Kinder, die Kinder mit den unterschiedlichen Aktivitäten, die Sorgen um die Scheidung, die Termine beim Arzt, die Sorgen um das liebe Geld usw.

Das kannst du tun:

Um deine Handlungsspielräume zu erkennen, darfst du deine Anforderungen in „veränderbar“ und „unveränderbar“ einteilen.
Bei mir sah das dann so aus:
Veränderbare Welt – die, an der ich wirklich was ändern kann: Sorgen über Arbeit, Kinder, Scheidung und das liebe Geld (Muss ich was entscheiden? Ja? – Tun. Nein? – Loslassen), Termin beim Arzt (Was dazwischen gekommen? – Verschieben. Erledigt). Wünsche der Kinder (Okay und machbar? Ja? – Erfüllen. Erledigt. Nein? – Mitfühlend ablehnen. Erledigt).
Unveränderbare Welt – die, die ist, wie sie ist: Meine Arbeitszeiten verändern sich voraussichtlich nicht (Warum darüber Gedanken machen?), das Fußballtraining der Kinder ist immer zur gleichen Zeit (Termin blocken und okay!), die Scheidung geht erst Mal seinen Gang – da ist grad nichts zu tun (abhaken!)
Mein Leben wurde klarer, entschlossener und das Chaos legte sich – ein Traum!

Die anstehenden Aufgaben, Herausforderungen oder Anforderungen bewusst einzuteilen in „veränderbar“ oder „unveränderbar“ bringt den Ansturm zur Ruhe und gibt uns wieder klare Sicht. Hin und wieder geschieht es, dass wir in einen Strudel von Ereignissen gezogen werden, und bemerken es erst, wenn unser Gehirn rotiert oder wir plötzlich nach Luft schnappen. Das ist okay. Das passiert. Atmen wir tief durch, nehmen wir unsere Situation wahr, sortieren wir und handeln nach unserer eigenen Klarheit – ruhig und bestimmt.

KI generiert / Wenn wir unsere Herausforderungen wahrnehmen und erkennen, dass wir hier vielleicht gar nichts ändern können, erlangen wir Klarheit und können alles andere gelassen angehen.

Fazit: Sich Perspektiven bewusst machen, verändert das Leben

Mit dem Einnehmen der Perspektiven erledigte ich meine Aufgaben und Anforderungen nicht mehr auf Autopilot. Ich erledigte sie bewusst und genau so, wie es für mich passte. Nun konnte ich das Leben wieder spüren – und es fühlte sich gut an.

Sobald ich bemerke, dass ich irgendwo feststecke, überprüfe ich, ob ich aus der Vergangenheit oder Zukunft wieder in die Gegenwart kommen darf. Da ich immer wieder Mal im Denken hängenbleibe, sage ich mir öfter: „Brigitte, jetzt ist es Zeit zu handeln!“ Und sobald die Aufgaben drohen überhand zu nehmen, mache ich mir bewusst, wo ich jetzt gerade was ändern kann und wo nicht. Das Eine erledige ich meist sofort und das Andere lege ich auf „Wiedervorlage“. Ich liebe es!

Probiere es gerne selber aus! Wie – das erfährst du in den entsprechenden Absätzen. Ich bin sehr gespannt auf deine Erfahrungen. Schreibe sie mir gerne in den Kommentaren.

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